Island – Woche eins

Mitte August machten wir – Stephan, Silvana und ich – eine kleine Reise nach Island. Die erste Woche verbrachten wir dort damit, die üblichen Touristenattraktionen zu besuchen. Neben der Besichtigung der Hauptstadt Reykjavik machten wir eine etwa dreistündige Whalewatching-Tour (leider nicht sehr erfolgreich).

Auf mehreren Tagestouren fuhren wir mit unserem Leihwagen (leider nur ein Hyundai Tucson und kein Jeep, wie er an der ein oder anderen Stelle nötig gewesen wäre) den Südwesten Islands ab. Im Westen über Akranes bis zum Snæfellsjökull, dem Vulkan, von dem Jules Verne seine Protagonisten auf die Reise zum Mittelpunkt der Erde schickte.

Über Schotterpisten im Hochland fuhren wir die Hekla, einen aktiven und zur Zeit überfälligen Vulkan, bis auf etwa 900 Meter hinauf, um den Rest bis zum Gipfel zu Fuß zurückzulegen, was wir aufgrund des immer dichter werdenden Nebels leider abbrachen. Statt dessen fuhren wir weiter nach Landmannalaugar, einem Gebiet mit hoher geothermaler Aktivität, also heißen Quellen, dampfenden Schloten, unangenehmen Gerüchen und farbenprächtiger Landschaft. Der weitere Weg führte uns über abenteuerliche, enge, kurvenreiche Hochlandpisten, durch viele Furten östlich um den Mýrdalsjökull herum zum Kap Dyrhólaey, an dessen Steilküsten Papageientaucher zu finden sind. Leider sind Mitte August die meisten schon gen Süden verschwunden. Ein paar haben sich uns dann aber doch noch gezeigt, wenn auch nur aus der Ferne.

Natürlich durften auch Geysir (dem Namensgeber aller Geysire, der leider schon länger keine Aktivität mehr zeigt) und Strokkur, einem weiteren Geysir direkt nebenan, nicht fehlen. Letzterer spuckt regelmäßig, im Abstand von ein paar Minuten eine mehrere Meter hohe Fontäne in die Luft. Natürlich nicht, ohne dies mehrfach vorher anzutäuschen, um die Geduld des Fingers auf dem Kameraauslöser zu testen. Nicht weit entfernt von den Geysiren befindet sich der Gullfoss, ein majestätischer Wasserfall, an dem die Wassermassen des Flusses Hvítá in mehreren Kaskaden insgesamt 32 Meter in die Tiefe stürzen.

Am letzten Tag stand Hraunfossar auf dem Programm. Dabei handelt es sich um eine ganze Reihe kleiner Wasserfälle und Rinnsale, die direkt aus dem Gestein zu kommen scheinen. Hier tritt unter einem sehr alten Lavafeld Schmelzwasser eines Vulkangletschers weiter im Norden, welches dort durch die poröse Lava versickert und unterirdisch gen Süden fließt, aus und strömt in den Fluss Hvítá (nicht der vom Gullfoss, scheint nur irgendwie genauso zu heißen). Ein faszinierender Anblick. Da danach noch etwas Zeit war, fuhren wir nochmal Richtung Südosten. Über Schotterpisten und durch unzählige Furten (ich glaube, es waren etwa 13 oder 14) gelangten wir nach Þórsmörk. Geschützt zwischen den mächtigen Gletschern und Vulkanen Mýrdalsjökull und Eyjafjallajökull im Süden und einer Gebirgskette im Norden hat sich hier eine ganz eigene Flora und Fauna entwickelt, mit einem Artenreichtum, wie es ihn sonst auf Island nicht gibt.

Damit endete ein viel zu kurzer Urlaub auf Island, der auf jeden Fall eine Wiederholung finden wird. Naja, zumindest der gemütliche Teil endet hier. Während Silvana sich wieder auf den Heimweg machte, fuhren Stephan und ich mit dem Bus nach Skógar, von wo aus wir am nächsten Morgen eine sechstägige Wanderung über Þórsmörk nach Landmannalaugar starteten… davon später mehr.

Mehr zur ersten Woche unseres Island-Trips gibt’s in Silvanas Reisebericht.

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